Ursprungszustand #
Als ich Alfreds Modellbahn das erste Mal sah, war ich direkt von den Möglichkeiten fasziniert, die die Anlage bot. Der Ablaufberg mit seinen neun Richtungsgleisen war natürlich ein besonderes Highlight. Allerdings war die Bedienung nicht besonders elegant gelöst: Während des Ablaufbetriebs mussten die Fahrwege umständlich über den Touchscreen der Central Station eingestellt werden. Das war nicht nur fummelig, da die Schaltflächen sehr klein sind, sondern auch riskant. Es war nämlich möglich, die Fahrstraßensicherung des TrainControllers zu umgehen und Weichen aktiver Zugfahrten zu verstellen.

Dadurch war man beim Rangieren ständig zwischen dem Taster für den Entkuppler, dem fummeligen Touchscreen und dem Drehregler zur Justierung der Abdrückgeschwindigkeit am Wechseln.
Neues Bedienkonzept #
Um die Bedienung zu vereinfachen und den Spaßfaktor zu erhöhen, haben wir ein neues Konzept entwickelt. Die Steuerung des Entkupplers und der Lokgeschwindigkeit über den Drehregler der Central Station bleibt unverändert. Das Einstellen der Fahrwege sollte jedoch über ein physisches Stellpult mit Drucktastern erfolgen. Die Ansteuerung und Sicherung der Fahrstraßen übernimmt dabei der TrainController, um Konflikte mit automatischen Zugfahrten zu vermeiden.
Abweichend von realistischen Stellwerken haben wir uns gegen eine Zweitastenbedienung entschieden, da eine Hand meist mit der Steuerung der Lok oder dem Entkuppeln beschäftigt ist. Stattdessen habe ich vorgeschlagen, mit einem Kippschalter eine der drei Richtungen (Lokwendegleis West, Ablaufberg, Umfahrgleis) vorzuwählen. Anschließend wird durch Drücken der Taste am Zielgleis die entsprechende Fahrstraße eingestellt, wobei die vorherige automatisch aufgelöst wird. Dies ermöglicht einen schnellen Wechsel des Fahrwegs und beschleunigt den Ablaufbetrieb erheblich.
Zur Rückmeldung für den Bediener zeigen LEDs am Stellpult die aktuell eingestellte Fahrstraße an. Auf eine Gleisbesetztmeldung haben wir verzichtet, da man beim Bedienen direkt neben den Gleisen steht und alles im Blick hat.

Hardware #
Das Stellpult besteht aus 12 Drucktastern, einem Ein-Aus-Ein-Kippschalter und 11 6V-LEDs mit Fassung, montiert auf einer 3 mm dicken grauen PVC-Platte (20 cm x 13 cm). Die Taster und der Schalter sind mit einem gemeinsamen Anschluss an die Gleismasse verbunden. Der zweite Anschluss jedes Schaltelements führt zu einem freien Eingang des S88-Rückmeldemoduls. Die LEDs werden über einen Relais-Decoder angesteuert, der eine 6V-Gleichspannung potenzialfrei schalten kann.
Technische Umsetzung #
Damit das Stellpult Fahrstraßen im TrainController schalten kann, ist eine Verbindung zur Software nötig. Wir haben uns für folgende Lösung entschieden: Der Kommandoweg vom Stellpult zum TrainController wird über ein 16-fach S88-Rückmeldemodul realisiert, bei dem jeder Tastendruck eine einfache Belegtmeldung auslöst. Der Meldeweg zurück zum Stellpult erfolgt über zwei DCC-Schaltdecoder mit Relaisausgängen, die die 6V-Spannung für die LEDs schalten.

Im TrainController habe ich die Elemente in einem ausgeblendeten Stellwerksfenster angelegt und parametriert. Sogenannte Bahnwärter werten dort die Meldungen des S88-Moduls aus und stellen die gewünschten Fahrstraßen ein. Weitere Bahnwärter prüfen den Status der Fahrstraßen und steuern über DCC-Adressen die Relais für die Anzeige-LEDs an.

Die Ansicht im Gleisplan vom TrainController bleibt dadurch unverändert.

Sollte eine Fahrstraße bereits durch eine automatische Zugfahrt im TrainController reserviert sein, kann sie über das Stellpult nicht aufgelöst werden. Die Weichen bleiben in ihrer Stellung gesichert, was einen reibungslosen Automatikbetrieb gewährleistet.